Verein NETZE stellt drei weitere Expertisen vor


„Foto und Text aus SVZ 27.4.2021“

„Im Oktober 2019 stellte der Verein bereits drei Studien vor, die sich gegen den damals geplanten Bau von 20 Windkraftanlagen aussprachen.( Fledermäuse; Brutvögel, Vogelzug )

Der Verein Netze hat drei weitere Untersuchungen zur reichhaltigen Tierwelt im Raum Wessin abgeschlossen. Die Ergebnisse überraschen. Die Mitglieder des Vereins Netze haben in den vergangenen Jahren Studien über die reichhaltige Natur- und Tierwelt zusammengetragen.

Sie verbringen Stunden im Wald und auf Feldern, zu jeder Tageszeit. Sie beobachten und notieren dabei jede Bewegung, die sie am Himmel und an Bäumen ausmachen. Die 20 Mitglieder des Vereins Netze haben in den vergangenen Monaten Tausende Daten von Tieren in der Region um die Ortschaften Wessin, Zapel und Barnin dokumentiert.

Ihr Ziel: Sie wollen beweisen, dass das Gebiet, in dem neben mehreren Windkraftanlagen auch der Bau einer großen Oberleitung geplant ist, schützenswert ist. Dafür haben sie mittlerweile sechs Studien angefertigt, drei davon haben sie bereits vor knapp zwei Jahren bei der Behörde eingereicht, die potenzielle Windkraftgebiete in Westmecklenburg ausweist.

„Die Ergebnisse haben uns überrascht“, sagt Hardy Ulrich, vom Verein Netze. Vor allem die Größe und Vielfalt der Fledermauspopulationen rundum das Gebiet der Wessiner Mordkuhle waren laut den Naturschützern so nicht erwartet worden. „Wir wussten schon, dass das Gebiet eine reichhaltige Natur- und Tierwelt bietet und wir es eigentlich nur dokumentieren müssen“, so Ulrich weiter. Demnach weist nun eine der sechs Studien zehn Fledermausarten in dem Areal nach, darunter auch geschützte Arten wie Breitflügelfledermaus, Zwergfledermaus und Zweifarbfledermaus.

Werden die Windkraftanlagen und die Oberleitung vom Umspannwerk an der B 392 Richtung Crivitz über Zapel gebaut, wäre die Artenvielfalt gefährdet, so das Ergebnis der Studien. „Die Bedrohung ist sehr hoch“, sagt auch Dieter Schönrock, ebenfalls vom Verein Netze. Das Fledermaus-Gutachten weist eine Vielzahl an genau in dem Gebiet nach, in dem die Windkraftanlagen gebaut werden sollen. Ergebnis: „Sollten hier Windkraftanlagen gebaut werden, müsst en diese täglich für Stunden abgestellt werden. Hinzu kommen saisonale Abstellzeiten für den Vogelschutz“, so Schönrock. Ein Gutachter aus Oberbayern wertet Daten aus.

Neben dem Fledermaus-Gutachten reichte der Verein auch eine Studie zu geschützten Vogelarten und der 110-KV-Leitung ein.

Die Daten, die die 20 Netze-Mitglieder in den vergangenen Monaten sammelten, wurde von einem unabhängigen Gutachter aus Oberbayern ausgewertet. Allein 6000 Flugbewegungen fasste das Büro von Wildtierökologe Knut Neubeck dafür zusammen.

Nach den Papieren hätten nur noch drei der Kraftwerke auf den Feldern zwischen den Dörfern gebaut werden dürfen.

Wann das Genehmigungsverfahren zu den Windkraftanlagen vom staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt abgeschlossen ist, ist noch nicht absehbar. Klar ist jedoch schon heute, dass die Studien des Naturschutzvereins „Netze“ das Verfahren schon deutlich in die Länge gezogen haben und die ursprünglichen

Planungen abgeändert werden müssen.!